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14.12.2018 22:25:03


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Entstehung vom Hüttnersee (Sage 1)

 

Vor vielen hundert Jahren gab es noch keinen Hüttnersee. Ein unheimlicher finsterer Tannenwald bedeckte an seiner Stelle das Erdreich. Durch diesen führten der alte Pilgerweg nach Maria-Einsiedeln. Mitten im Gehölz ergoss sich eine muntere Quelle aus einem morschen Holztüchel. An ihr labten sich die Pilger, bevor sie hastig weiterzogen.
An einem Abend hatte sich ein müder Wanderer für kurze Zeit am Brünnlein erfrischt. Wie erschrak er, als plötzlich ein Greis mit langem, fahlem Bart vor ihm stand und ihn merkwürdig anblickte.
Sein Rücken war unter einem Bündel Besen aus Riedstreu gebeugt. Diese wollte er, wie manch anderer schon, in den Dörfern im Züribiet verhausieren. Der Alte fragte nach dem Ziel des Wanderers. Noch heute wolle er nach der Waldstatt weiterziehen, um morgen der Schwarzen Maria eine Kerze zu stiften. In zwei Tagen hoffe er - "so Gott will" - hier an diesem Brunnen wieder den Durst zu stillen, ehe er seine Heimreise fortsetze.
Da lachte der Besenmann gellend auf: "Du hast gut sagen! Wenn du übermorgen an dieser Stelle vorbeikommst, wirst du dich nicht mehr an dieser Quelle laben! Frage mich aber nicht weiter, Gott wie mit dir." Nach diesen Worten keuchte der Greiss unter seiner Last talwärts, dem Pilger aber fröstelte, als er seinen Weg im Waldesdunkel fortsetzte.
Tatsächlich, als der Fremde zwei Tage später auf demselben Weg zurückkehrte, suchte er Brunnen und Wald vergebens. Vor ihm lag ein lieblicher See, dessen Oberfläche die ziehenden Wolken spiegelte, dessen gekräuselte Wellen das Licht der Sonne brachen und die Landschaft mit Helle erfüllten. Als der Heimkehrer ans Ufer trat, um die Tiefe zu spähen, war ihm, als sähe er weit unten am Grunde die Wipfel und Äste des ertrukenen Waldes.

letzte Nachführung: Juli 2006

Hüttnersee
 

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