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25.06.2018 08:46:11


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Berufsstruktur

 

Schon im 17. Jahrhundert gab es im Richterswiler Berg neben Bauern auch vereinzelte Handwerker. Sie arbeiten vor allem für den Bedarf der bäuerlichen Bevölkerung. So etwa Schmied Rudolf Bachmann oberhalb der Sihl, der 1613 von der Zürcher Obrigkeit verfolgt wurde, weil er sich den Täufern angeschlossen hatte. Heinrich Theiler (1651 – 1714), Schuhmacher in Hütten, war in sechster Ahnenengeneration ein Vohrfahre des Dichters Thomas Mann. Um 1720 wird ein Chirurgus Bär gezeugt.
Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sind genauere Aussagen über die Berufsstruktur der Bevölkerung Hüttens möglich. Neben Landwirten, die den grössten Beschäftigungszweig ausmachten, wurden 1787 erwähnt: ein Chirurg, ein Wirt, ein Säger, ein Schmied, ein Maurer, ein Schreiner, ein Küfer, zwei Leinenweber, drei Schneider und ein Schuhmacher. 231 Personen, bei einer Gesamtbevölkerung von 598, beschäftigten sich mit Baumwollspinnen. In Hütten standen damals 16 Webstühle. Die Heimindustrie gab einen willkommenen Nebenverdienst zur Landwirtschaft.
Anlässlich der Volkszählung von 1836 wurde festgehalten, in Hütten seien Landbau und Viehzucht die Hauptbeschäftigung; 138 Personen und 38 Dienstboten fanden hier ihr Auskommen. Die Seidenweberei brachte 136 Einwohnern Verdienst. Im gleichen Jahr zählte man in Hütten 27 Handwerker, unter anderem einen Hafner, einen Schmied, einen Säger, einen Sägenfeiler, zwei Schneiderinnen, vier Spinnerinnen, drei Stoffdrucker, drei Männer aus Hütten waren im Steinkohlenbergwerk bei Menzingen beschäftigt.
Die Brandassekuranz-Protokolle, die mit dem Jahre 1809 beginnen, verzeichnen verschiedene Gewerbebauten. 1809 gab es eine Metzg zum Bären, einen Wagner Schärer an der Halden und eine Lohstampfe auf Heiten. Schmieden standen auf dem Hüttnerboden (bis 1828), auf Halden (seit 1882) und bei der „Krone“ (seit 1887). Ein mit Wasserrad angetriebener Stampf auf Oerischwand wurde 1872 abgetragen. Als Besitzer der Sägerei an der Sihl lässt sich 1809 Heinrich Bodmer und 1895 Johannes Heusser nachweisen. 1896 betrieb ein Johannes Bodmer in der „Johannisburg“ (beim Schöntal) eine zweite Sägerei im Gemeindegebiet von Hütten.
In den 1850er Jahre ist der Bäcker David Schärer bezeugt, um 1890 Conditor Carl Suter, 1899 Metzger Emil Bachmann, der die 1877 erwähnte Metzg des Heinrich Isler übernommen hatte.
Laut Volkszählung 1941 arbeiteten von insgesamt 255 erwerbstätigen Hüttnerinnen und Hüttnern 154 in der Land- und Forstwirtschaft, 59 in Industrie und Handwerk, 6 in der Branche Handel, Bank Versicherung, 12 im Gastbewerbe, 5 im Verkehr, 7 erbrachten öffentliche oder private Dienstleistungen, 11 waren in der Hauswirtschaft und 1 andersweitig tätig.

Die Volkszählung 1980 ergab folgende Struktur der 327 Berufstätigen:
Land- und Forstwirtschaft: 91
Industrie, Handwerk, Gewerbe: 111
Dienstleistungen: 125

Gegenüber der Zeit um 1900 hat sich Hüttens Berufs- und Gewerbestruktur stark verschoben. So findet man heute beispielsweise keine Sägereien und keine Bäcker mehr ihm Dorf. Dennoch ist Hüttens gewerbliche Vielfalt beachtlich. 1987 gibt es hier eine Metzgerei, ein Volg-Konsumdepot, eine Molkereigenossenschaft und zwei Milcheinnehmereien, eine Hufschmiede, eine Automatendreherei, eine Kunstschlosserei, je eine Firma für Belagsböden und für Fassadenisolationen, einen Plattenleger, ein Architekturbüro, ein Geschäft für Beleuchtungen, eine Firma für Tankbau, zwei Transportunternehmen, einen Töpfer, einen Orgelbauer, einen Laden für antike Möbel, eine Geflügelfarm sowie eine Deltaflugschule.

Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987

Pferde schmieden
 

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