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Die Johanniterzeit

1287 - 1549

1287 verkaufte Rudolf (III.) dem Johanniter-Orden Burg und Herrschaft Wädenwil, behielt aber die Burg und die dazugehörigenden Güter als Leibgeding. Die Herrschaft ging damit erst mit seinem Tode am 16. Februar 1300 ganz an den Johanniter-Orden über. Mit dem Aussterben der Zürcher Linie der Freiherren von Wädenswil begann die Herrschaft der Johanniter oder Hospitalier, des bedeutendsten der drei im 12. Jahrhundert in Palästina gegründeten Ritterorden.
Der Orden hatte einen raschen Aufschwung erlebt, da ihm zahlreiche Schenkungen und Verabgabungen weit über das ganze Abendland zukamen. Allein in der Schweiz besassen die Johanniter 15 ansehnliche Komtureien nennen wir lediglich die im Kanton Zürich liegenden: 1192 Bubikon, 1300/1330 Wädenswil, 1358 Küsnacht (Seminar).
Ein Komtur aus der Komturei Bubikon übernahm die Leitung der Geschäfte. 1330 wurde dann Wädenswil eine selbständige Komturei, "das Hus zu Wediswil sant Johans ordens des Spitals von Jerusalem" (der Orden ist aus zwei Brüderschaften am genannten Spital hervorgegangen). Neben den Johannitern sind als Grundbesitzer bekannt: Die Edlen von Hühnenberg, das Fraumünsterstift und das Kloster Wettingen.
Ausbau der Verwaltung und der Herrschaft waren das Bestreben der Komturen. 1408 wurde auch die Vogtsgerichtsbarkeit über die Gotteshausleute des Fraumünsterstifts und des Klosters Einsiedeln erworben. 1332 sollen vier Ordensritter, Ende des 15. Jahrhunderts deren zwölf auf der zu einem mächtigen Ordenshaus erweiterten Burg gewohnt haben.
Das aufstrebende Zürich hatte seit dem Anschluss an die Eidgenossenschaft Vogteien und Herrschaften am See erworben, um seine Macht in Richtung Graubünden auszudehnen. Auch in Wädenswil wurde in weitblickender Art Einfluss genommen, indem schon 1342 die Stadt mit dem damaligen Komturen einen Burgrechtsvertrag abschloss, der für den Nachfolger im Amte jeweils erneuert wurde. Damit wurde der Komtur Stadtburger, zahlte Steuern, und genoss den Schutz der Stadt. Er musste aber versprechen, mit Burg, Leuten und Gut der Stadt zu dienen. Die wehrfähige Mannschaft der Herrschaft Wädenswil hatte fortan mit den Zürchern ins Feld zu ziehen.
In Verfolgung ihrer Politik setzte Zürich in der Folge mehrerer Rechte, so die Steuerhoheit, in der Herrschaft durch.
Im Alten Zürichkrieg verstand es aber der Komtur Hugo von Montfort, für seine Herrschaft die Neutralität durchzusetzten. Er ersparte damit seinen Untertanen das Schicksal der zürcherischen Dörfer am linken Seeufer. Im ersten Frieden von 1440 musste der Komtur auf das Burgrecht mit Zürich verzichten, erhielt aber dafür alle Herrschaftsrechte zugesprochen, die diese bisher ausgeübt hatte. Mit dem Frieden von 1450 trat indessen die Stadt wieder in ihre Rechte ein, und der Komtur wurde aufs neue Stadtbürger. Die Komturei Wädenswil blieb fortan neutral. Um 1458 erfolgte die oben angedeutete Erweiterung der Burg, die damit zu einer der stärksten Festungen weitherum wurde.
Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts war die Blütezeit der Johanniter überschritten. Die Kämpfe im Mittelmeergebiet spannten die Kräfte des Ordens an. Zur Zeit Waldemanns setzte die Stadt Zürich es durch, dass der Schaffner, der an die Stelle des Komturs getreten war, ein Zürcher Bürger zu sein hatte. In der Folge gab es politische Unruhen auch in Wädenwil.
1549 verkaufte der Johanniter-Orden, der ständigen Reibereien mit den Untertanen müde und zudem in finanziell bedrängter Lage, seine gerichtlichen Befugnisse und seinen Besitz (Territorium) für 20'000 Gulden - die bar ausbezahlt wurden und einige Fuhrwerke füllten - an die Stadt Zürich. Damit wurde die Herrschaft Wädenswil zur Landvogtei. Mit der Herrschaft ging auch die mächtige Burg in den Besitz der Zwinglistadt über. Schwyz fühlte sich dadurch bedroht und erhob bei der Tagsatzung Einspruch gegen den Kauf der Herrschaft. Dieser wurde indessen genehmigt, den Zürchern aber auferlegt, innert drei Jahren die Burg zu schleifen, womit sich die Zürcher aber Zeit liessen. Erst 1557 zerstörte ein auswärtiger Unternehmer die Burg.

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