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Landwirtschaft

 

Geographisch und klimatisch gehört Hütten bereits zum voralpinen Gebiet. Verhältnismässig viel Regen begünstigt den Grasbau, die Weidewirtschaft und die Viehzucht. Seit dem Spätmittelalter betrieben die Bewohner, meist zur Selbstversorgung, auch etwas Ackerbau. Sie taten dies im System der Ägertenwirtschaft: Man pflanzte nicht ständig auf den gleichen Feldern an, sondern brach das eine Mal hier, das andere Mal dort ein Stück Wiesland für den Ackerbau auf. Ging der Ertrag des Bodens zurück, liess man das Land wieder vergrasen und pflügte daneben ein Stück Wiese um. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Hütten der Aufbruch zuerst mit Erdäpfeln bepflanzt, im zweiten Jahr mit Gerste. Dann nutzte man das Areal sechs bis zehn Jahre lang als Weide, bevor man es wieder umgrub und im gleichen Anbaurhythmus bewirtschaftete. Ein Bericht aus dem Jahre 1763 besagt, dass man in Hütten auch Waldboden für den Ackerbau zu gewinnen suchte. Nach der Rodung verbrannte man die Stauden; die Asche diente als Dünger.
Das Ackerland in Hütten ging von 52 Hektaren im Jahre 1772 auf 25 Hektaren im Jahre 1891 zurück. 1939 wurden 3,17 Hektaren für Getreidebau genutzt. Im Zuge der Anbauschlacht während des Zweiten Weltkrieges vergrösserte sich Hüttens Ackerfläche bis 1943 auf 31 Hektaren. 1960 registriert man 9,61 Hektaren Ackerland.
Auf dem Erblehenhof Unter Laubegg wurde im Jahre 1729 AUC Rebbau betrieben. Später verschwand diese Rebkultur. Aber noch 1937 zog man bei einigen Häusern in Hütten Spalierreben.
Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts nahm die Viehzucht in Hütte grossen Aufschwung. Vorher hatte man sich auf blosse Vieh-Weidewirtschaft beschränkt. Damit die Bauern die Tiere nicht überwintern mussten, verkauften sie sie im Herbst an Metzger und Viehhändler. Dass es beim Kuhhandel nicht immer redlich zuging, zeigt ein Bericht von 1787 aus Hütten: „Gegen Ende August machen die Welschen ihre Reisen nach der Schweiz, um die nötige Anzahl Kühe einzukaufen. Wenn die Bauern (von Hütten) einen Welschen in der Nähe wissen, so treiben sie – besonders diejenigen, welche magere Weiden haben – ihr Vieh ab der Weide in den Stall und füttern es oft die ganze Nacht durch, damit die Kühe am andern Morgen, wenn der Viehhändler kommt, ein gutes und fettes Aussehen haben.“
Bedeutend war in Hütten die Käse- und Butterproduktion. 1842 gab es Sennhütten auf folgenden Höfen: Langmoos, Segel, Laubegg, Oerischwand, Chneus, Schönau, Hängerten sowie im Dörfli Hütten. 1869 wurde auch auf Böschen ein Käsereigebäude erstellt. Um 1850 schlossen sich verschiedene Bauern zu Sennten- oder Hüttengenossenschaften zusammen. Es entstanden 1842 die Hüttengenossenschaft im Dorf Hütten, 1850 die Sennhüttengenossenschaft Schönau, 1853 die Hüttengenossenschaften Segel sowie Oerischwand, 1858 die Hüttengenossenschaft Langmoos, 1864 die Hüttengenossenschaft Chneus und die Senntengenossenschaft Rebgarten. Verschiedene Sennhütten sind heute noch erhalten, so auch die 1814 entstandene Käsereibaute im Segel. Die meisten Gebäude werden heute aber andersweitig genutzt.
In der Viehhaltung ergaben sich ebenfalls Änderungen. 1787 zählte man in Hütten 4 Stiere, 179 Kühe, 103 Kälber, 6 Pferde, 59 Schweine, 8 Schafe, 1 Ziege, 107 Hühner, 5 Tauben und 77 Bienenvölker. 1906 waren es 546 Stück Rindvieh, 39 Pferde, 344 Schweine, 2 Schafe und 18 Ziegen. Die Viehzählung 1983 ergab 873 Stück Rindvieh, 23 Pferde, 1126 Schweine, 105 Schafe, 20 Ziegen, 8621 Hühner und 73 Bienenvölker. Auffällig ist die Zunahme der Schweinezucht seit 1787. Sie ist im Zusammenhang zu sehen mit der Ausweitung der Milchwirtschaft.
Der Obstbau war einst weniger verbreitet. Obstbäume gruppierten sich meist um Einzelhöfe. Die Obstbaumzählung von 1929 ergab für Hütten folgende Resultate; 1525 Apfelbäume, 2619 Birnbäume, 37 Quittenbäume, 922 Kirschbäume, 402 Zwetschgen- und Pflaumenbäume, 5 Aprikosenbäume, 8 Pfirsichbäume, 87 Nussbäume. Für 1981 lauteten die entsprechenden Zahlen; 1265 Apfelbäume, 1026 Birnbäume, 651 Kirschbäume, 490 Zwetschgen- und Pflaumenbäume, 92 Nuss-, 18 Quitten-, 8 Aprikosen- und 8 Pfirsichbäume.
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche der Gemeinde Hütten verändert sich zwischen 1891 und 1960.

Im Jahre 1905 zählte man in Hütten 73 Bauernhöfe. Laut Betriebszählung 1955 gab es in der Gemeinde noch 66 Landwirtschaftsbetriebe und 60 hauptberuflich tätige Landwirte. 1986 existierten noch 40 kleiner bis mittlere Bauernbetriebe, von denen rund ein Drittel dem Berggebiet zugeteilt war.

Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987

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