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21.04.2018 02:29:11


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Hütten wird selbständig

1798

Bis 1703 gehörten die Höfe in der heutigen Gemeinde Hütten zur Kirchgemeinde Richterswil. Dann wurden sie für kirchliche Belange der neu gebildeten Gemeinde Schönenberg zugeteilt. Eine Politische Gemeinde Hütten im heutigen Sinne gab es im Zürcher Stadtstaat des Ancien Regime noch nicht. Politisch war Hütten bis 1798 ein Teil der Gemeinde Richterswil. Das hiess aber nicht, dass die Bewohner der Bauernhöfe im Raume Hütten völlig rechtlos gewesen wären. In der Behörde der Kirchgemeinde Richterswil stellten auch sie ihre Vertreter, ebenso waren einzelne Ämter, welche die Landvogtei Wädenswil zu vergeben hatte, von Hüttnern besetzt. Als Angehörige des Herrschaftsgerichts begegnen uns etwa Landrichter Rudolf Strickler-Bachmann (1714 1795) auf Böschen, als Geschworener und Kirchenpfleger Hans Jakob Bär (1730 1775), als weitere Geschworene der Wachtmeister Heinrich Bär-Baumann (1742 1775) zum Bären sowie Caspar Isler-Hofmann (1740 1777) im Segel. Die Geschworenen waren eigentliche Dorfbeamte. Als Dorvorsteher regelten sie die Gemeindeangelegenheiten, als eine Art Gemeindegericht entschieden sie in erste Instanz über Streitigkeiten unter Gemeindegenossen betreffend Wegrechten, Zäunen, Wasserrechten. Sie waren auch Aufseher über Strassen und Brücken, Flurwege und Marchen.
Mit einer neuen Gemeindeorganisation schuf man 1798 die Einwohnergemeinde, damals Munizipalitätsgemeinde geheissen. Auch Hütten bildete eine Munizipalitätsgemeinde mit eigener Behörde, der Munizipalität, die bis 1803 amtete. Als eigentliche Gründungsdatum der Politischen Gemeinde Hütten kann man den 15. Dezember 1799 ansehen. An diesem Tag fand die erste Gemeindeversammlung in der neu gebildeten Munizipalitätsgemeinde statt. Das Protokoll ist im Staatarchiv Zürich erhalten.


Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987

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