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Alte Hofsiedlungen

1200 - 1700

Wichtigste Grundeigentümer in der damals noch dünn besiedelten Gegend der heutigen Gemeinde Hütten waren im ausgehenden 13. Jahrhundert die Freiherren von Wädenswil, zu deren Grundherrschaft das Gebiet bis 1287 gehörte. Sie lassen sich als Besitzer von Gütern im Segel, zu Hütten, Langmoss und Laubegg sowie von Weidegebieten, der Schweigen, beidseits der Sihl nachweisen. Es dürfte sich dabei um Senntumshöfe gehandelt haben, worauf auch der 1270 erstmals urkundlich erwähnte Name „ze dien Huitten“ hindeutet. Viehweiden hatten die Herren von Wädenswil zum Teil auch vom Abt von Einsiedeln zu Lehen. Gemäss Wunsch des Gnädigen Herrn waren diese an Bauern weiterverliehen.
In finanzielle Schwierigkeiten geraten, verkaufte der ohne männliche Nachkommen gebliebene Rudolf (III.) von Wädenswil einen Teil seiner Güter in Ottensegel (heute Segel) der Fraumünsterabtei in Zürich. 1270 veräusserte er dem Kloster Wettingen seine Güter zu Hütten, Langmoos sowie die Schweigen zu beiden Seiten der Sihl.
Laubegg, Segel, Langmoos und Hütten sind die ältesten, im Hochmittelalter wohl auf Rodland entstandenen Grosshöfe der Gegend. Die Lehenbauern, welche im Auftrag der Freiherren von Wädenswil den Hof Laubegg bewirtschafteten, mussten – wie beispielsweise 1286 festgehalten wurde – der Kirche Wädenswil jährlich ein bestimmtes Quantum Nüsse (drei Mütt) abliefern. Daraus wurde Öl gepresst für die Speisung des Ewigen Lichtes. Auch die Zürcher Fraumünsterabtei besass Güter auf der Laubegg. Sie wurden bis 1278 von Johannes Münch bebaut und dann von der Äbtissin an H. Nägeli von Richterswil verliehen. Elisabeth Nägeli, die Tochter des 1339 verstorbenen Rudolf Nägeli, verkauft die ererbten Laubegg-Güter im Jahre 1342 dem Spital Zürich, zusammen mit Grundbesitz zu Wolfbüel und Geissferen in der heutigen Gemeinde Schönenberg. 1477 lässt sich die Johanniterkomturei Wädenswil als Eigentümerin eines Hofes auf Unter Laubegg nachweisen. Die Johanniter hatten diesen Besitz wohl mit dem Kauf der Herrschaft Wädenswil im Jahre 1287 von Rudolf von Wädenswil erworben. Als Lehenbauer ist für 1477 Heinrich Bachmann nachzuweisen. Er hatte das Recht, aus der Waldung Teufenbach Zimmer- und Schindelholz zu beziehen. 1490 war Hans Ochsner Inhaber des Lehenhofes. Später wohnte hier die Familie Tanner, und zwar auf dem Bauerngut, das seit 1550 Erblehen der Landvogtei Wädenswil war und zum dortigen Schloss gehörte. 1729 zeichnete der in Oberrieden wohnende Geometer Johannes Schäppi vom Erblehenhof Unter Laubegg einen Güterplan. Daraus geht hervor, dass damals zu diesem arrondierten Viehzüchterhof folgende Ländereien gehörten: 8 Jucharten und 3 Vierling (2,5 ha) Matten, 10 Jucharten (3,6 ha) Ried und 17 Jucharten und 3 Vierling (5,8 ha) Ackerboden.
Im Jahre 1268 verkaufte Freiherr Rudolf von Wädenswil der Äbtissin Mechthild zuhanden der Fraumünsterabtei Zürich Güter in Ottensegel. So hiess die Gegen des heutigen Weilers Segel. Der Name ist abgeleitet von „Sedel“, was einem Otto gehörende Siedlung bedeutet, und hat nichts zu tun mit einem Segelschiff. Mit der Handänderung von 1268 ging nicht aller Besitz des Freihherrn an die Abtei über. Als sich Rudolfs Tochter Katharina nämlich mit Peter von Hünenberg verheiratete, konnte ihr der Vater als Heiratsgut unter anderem Grundbesitz zu Ottensegel schenken. Nach dem frühen Todes des Gatten trat Katharina von Hünenberg-Wädenswil im Jahre 1281 als Nonne ins Kloster Frauenthal ein. Dadurch kam ihr Teil des Hofes Ottensegel an Frauenthal. Ein anderes Stück, das Freiherr Rudolf von Wädenswil zurückbehalten hatte, befand sich seit 1300 im Besitz eines Erben, des Ritters Heinrich von Stein. Es wurde vom Lehenbauern „Swentmann“ bewirtschaftet.
Der Johanniterorden, der 1287 durch Kauf die Rechtsnachfolge der Herren von Wädenswil angetreten hatte, betrieb zielstrebige Landpolitik. Die Komture bemühten sich, möglichst viele Höfe zurückzukaufen, die noch auswärtigen Eigentümern gehörten. Auch der Grosshof Ottensegel den der letzte Freiherr von Wädenswil geteilt und stückweise veräussert hatte, sollte wieder arrondiert werden. 1302 verkauften Frauenthal und 1316 der Ritter von Stein die für sie abgelegenen Güter zu Ottensegel an die Johanniter. Die Fraumüsterabtei dagegen hielt an ihrem Besitz zu Ottensegel fest.
Der den Johannitern gehörende Hof Ottensegel, 1477 an Heini Ryff und seine Brüder verliehen, grenzte damals an die Bauerngüter Langmoos, Gschwend, Laubegg und Tor. Wie die Bewohner von Unter Laubegg und Hinter Langmoos hatten auch die Lehenleute auf Ottensegel das verbriefte Recht, im Teufenbachwald Zimmer- und Schindelholz hauen zu dürfen. Dieses allen drei Höfen gemeinsam Privileg deute auf früheren einheitlichen Besitz hin: auf die Zeit der Freiherren von Wädenswil und das 13. Jahrhundert. 1533 wohnte Hans Linsi auf dem Hof Ottensegel, 1618 die Familie Teiler, 1718 ist Jakob Isler als Eigentümer nachzuweisen. Er hatte die eine Hofhälfte im Jahre 1703 von seinem Vorfahren übernommen und die andere 1711 von Urech Strickler erworben. Das Bauerngut, nun Erblehen der Landvogtei Wädenswil, der Rechtsnachfolger des Johanniterordens, umfasste im Jahre 1728 ein Wohnhaus, zwei Scheunen, einen Schweinestall und eine Sennhütten. Im Jahre 1718 wurde neben der Bezeichnung „Hof Ottensägel“ erstmals auch die Kurzform „Segel“ verwendet. Sie setzte sich in der Folge durch und vermochte den ursprünglichen Flurnamen zu verdrängen.
Ein dritter hochmittelalterlicher Viehzüchterhof im Gebiet der heutigen Gemeinde Hütten war jener zu Langmoos. Er gehörte ursprünglich dem Freiherrn Rudolf (III.) von Wädenswil. Dieser verkaufte im Jahre 1270 einen Teil davon an das Kloster Wettingen. Der Rest vererbte sich auf den Ritter Heinrich von Stein, der das Gut durch Rudolf und Arnold die Propste bewirtschaften liess. Im Jahre 1316 verkaufte er sein Eigengut Langmoos dem Johanniterhaus Wädenswil. Spätestens in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts muss der Lehenhof geteilt worden sein. 1475 ist nämlich die Rede von Rudi Zürcher zum Langmoos, und im gleichen Jahr wird ein Erblehenhof zum Hintern Langmoos erwähnt. Auch er wurde ursprünglich von der Familie Zürcher bewirtschaftet. Dies musste sich im Lehenbrief gegenüber dem Johanniterorden verpflichten, den Hof nicht weiter zu teilen. Dessen ungeachtet hatten die Lehenbauern Zürcher von ihrem Hof Landstücke verkauft, so dass im Jahre 1521 der Zürcher Rat im Namen des Ordens als Schiedsrichter eingreifen musste. Er verfügte, dass die Bestimmungen des Lehenbriefes weiterhin gültig seien, der Hof also nicht zerstückelt werden dürfe.
Der vierte mittelalterliche Grosshof war der 1270 erwähnte „Hof zu Hütten“. Er gehörte ebenfalls dem Freiherrn Rudolf (III.) von Wädenswil. Mit der Herrschaft kam er 1287 an die Johanniter. Als Lehenbauer des Ordens lässt sich im Jahre 1436 Peter Zürcher nachweisen. Als Zins hatte er Korn, Haber, Butter und Geld zu entrichten. Von diesem Grosshof wurde möglicherweise schon im 15. Jahrhundert ein Teil abgespalten. 1472 jedenfalls kam der Hof des Ueli Klein zu Hütten auf die Gant. Ein Nachkomme des 1436 erwähnten Lehenmannes Zürcher hinterliess den Hof Hütten mit hoher Schuldenlast. Von den Nachkommen war niemand imstande, den gesamten Komplex zu erwerben. Auf Bitten der Verwandten des Verstorbenen erlaubte der Johanniterkomtur Johannes Heggenzi im Jahre 1510 die Hofteilung. Die einzelnen Teile kamen in der Folge an Rudi Hiestand, Hans Besmer, Hans Theiler und Lienhard Ryff. Bezeichnung „Kleinhans Teiler, am Richterswilerber, bei den Hütten sesshaft“. Hütten war damals noch ein Hofname wie Laubegg, Langmoos oder Ottensegel. „Bei den Hütten“ wies zudem noch deutlich auf den ursprünglichen Sinn des Namens hin: auf Alphütten.
Im Jahre 1400 ist erstmals von Hof Chneus die Rede. Er hiess damals „Knöbis“ und wurde in diesem Jahr von den bisherigen Inhabern – Hans, Heini und Aberhans Kabus – an die Propstei zum Grossmünster in Zürich verkauft. Diese wiederum veräusserte den „Hof Knöbis bei Langenmoos“ im Jahre 1405 an Johann Ochsner und dessen Sohn Rudolf.
1452 befand sich die Liegenschaft immer noch im Eigentum der Familie Ochsner.
Die ersten Grosshöfe im Raume Hütten entstanden wohl im Verlaufe des 13. Jahrhunderts auf gerodetem Boden. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts dürften die grössten Rodungen im Umkreis der sich entwickelnden Siedlungen mehr oder weniger abgeschlossen gewesen sein. Übrig geblieben waren vor allem entfernte Restwaldungen, die sich schon von der Geländeformation her für die Landwirtschaft wenig eigneten. Nach dem Alten Zürichkrieg kam es im südlichen Teil der Johanniterkomturei Wädenswil zu einer neuen Besiedlungswelle. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts tauchen erstmals Namen von Höfen an der Hohen Rohne auf: 1453 wird ein neues Gut zu Schönau erwähnt, 1454 Mistlisyten (vermutlich das heutige Mistlibüel), 1482 Chilchberg. Ebenfalls genannt werden 1488 Heiti (Heiten) und 1496 Mossmatten. Als weitere Namen erscheinen in den Urbaren des 16. Jahrhunderts neu Büschen (1503), Hengarten (1528), Gschwend (1551), Mörischwand (1568) und Seehalden (1568). Mit der neuen Kolonisationswelle verdichtete sich das Siedlungsnetz. Das Gesicht der Einzelhoflandschaft veränderte sich aber dadurch nicht wesentlich. Zur Dorfbildung kam es in diesem Gebiet nicht.
Die Neuhöfe des 15. Jahrhunderts waren noch immer ausgeprägte Viehzüchterhöfe. Dies geht einerseits aus den Bodenzinsen hervor, die von diesen Gütern zu leisten waren. Sie bestanden – wie dies etwa 1488 für Heiti erwähnt wird – in Abgaben von Butter, Ziger und Geld. Nach dem 16. Jahrhundert wurden viele Höfe geteilt. Namen wir Vorder Lanmoos / Hinter Lanmoos, Vordere Schönau / Hintere Schönau (1545) belegen diese Entwicklung. Dennoch wiesen die Höfe einen beachtlichen Umfang auf. Als Mass des Ertrags wurde meist angegeben, wie viele Kühe im Sommer geweidet und wie viele im Winter mit eigenem Heu gefüttert werden konnten. Im 16. Jahrhundert hatten die Haupthöfe im Gebiet von Hütten einen Umfang von über zehn Haupt Vieh. Auch am Ende des 17. Jahrhunderts gab es, trotz Hofteilungen, noch zahlreiche Weidebetriebe dieser Grössenordnung. In den 1680er Jahren hatte der Hof Oerischwand der Gebrüder Scherrer immer noch 22 Haupt Umfang. Die reichen Inhaber besassen für kurze Zeit zudem einen Hof auf Laubegg mit 13 Haupt und das Gehöf Heiten mit drei Haupt Vieh. Der Hof Langmoos gab im Jahre 1693 Futter für 12 Stück Vieh. Der Hof des Heini Fyrabend in der Hintern Schönau mass im Jahre 1557 „17 Kühe Sömmerig und 8 Kühe Winterig“. Es war also nicht möglich, während der Winterzeit gleich viele Tiere zu halten wie im Sommer. Manche Bauern verkauften im Herbst einen Teil ihrer Viehhabe. Abnehmer waren häufig italienische Viehhändler, welche die Tiere noch vor Wintereinbruch über den Gotthard trieben. Aber auch die Metzger in Zürich und in der Herrschaft Wädenswil waren Kunden.

Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987

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